{"id":77,"date":"2015-09-28T20:35:32","date_gmt":"2015-09-28T20:35:32","guid":{"rendered":"http:\/\/migration.mi-admin.ch\/degrundlagenexistenz-gottes\/"},"modified":"2020-04-18T21:09:30","modified_gmt":"2020-04-18T19:09:30","slug":"grundlagenexistenz-gottes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/test6.mi-backup.ch\/de\/grundlagenexistenz-gottes\/","title":{"rendered":"Existenz Gottes"},"content":{"rendered":"<h3>Inhalt:<\/h3>\n<p><a href=\"#Naturwissenschaftliche_Argumente\">1. Naturwissenschaftliche Argumente<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Philosophische_Argumente\">2. Philosophische Argumente<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Uebernatuerliche_Argumente\">3. \u00dcbernat\u00fcrliche Argumente<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<h2><a name=\"Naturwissenschaftliche_Argumente\"><\/a>1. Naturwissenschaftliche Argumente (Offenbarung Gottes in der Sch\u00f6pfung)<\/h2>\n<p>Klarstellung: Heute wird h\u00e4ufig betont, dass Wissenschaft und Religion gegeneinander arbeiten und sich widersprechen. Das ist jedoch ein Vorurteil und es war nie Lehre der katholischen Kirche, dass man keine naturwissenschaftliche Forschung betreiben darf. Im Gegenteil, die P\u00e4pste f\u00f6rderten die Naturwissenschaft und sind positiv gegen\u00fcber der Erforschung der Erde eingestellt, um neue Erkenntnisse zu erlangen. Die ersten Universit\u00e4ten in Europa, die ja katholisch waren, lehrten immer den aktuellsten Stand der Naturwissenschaft. Die Kirche m\u00f6chte, dass die Menschen diese Welt erforschen, die unser Sch\u00f6pfer uns geschenkt hat. Der liebe Gott gab uns ja den Verstand und die Intelligenz, um Dinge zu erforschen, in welchem Bereich auch immer.<\/p>\n<p>Wie wir sehen werden, haben Katholiken auch kein Problem mit der Urknalltheorie (die urspr\u00fcnglich von einem katholischen Priester stammt!) und mit der Evolutionstheorie.<\/p>\n<h3>1.1 Die Bibel ist kein naturwissenschaftliches Buch, sondern eine Offenbarung Gottes<\/h3>\n<p>Es gibt immer wieder Menschen, die die Bibel wegen angeblicher Widerspr\u00fcche ablehnen. Dazu ist zu sagen, dass die Bibel ein heiliges Buch ist, in der sich uns Gott offenbart. Das hei\u00dft, es wurde in einer (bildlichen) Sprache geschrieben, damit es f\u00fcr die Menschen (jeder Zeit) verst\u00e4ndlich ist. Es ist kein naturwissenschaftliches Buch, das uns \u00fcber die Entstehung der Welt im Detail berichtet.<\/p>\n<p>Ein kleines Beispiel: Wenn jemand sagt \u201edie Sonne geht unter\u201c, ist das auch nicht w\u00f6rtlich zu nehmen. Auch in der heiligen Schrift ist es nicht so gemeint, dass man die Dinge w\u00f6rtlich nimmt, sondern dass man die Dinge versteht. Jesus kam nicht, um uns naturwissenschaftliche Dinge beizubringen, sondern er wollte uns die ewigen Wahrheiten \u00fcber Gott und den Weg zu ihm offenbaren. Es w\u00e4re ja nicht hilfreich, den Menschen Dinge beizubringen, die sie in ihrer Zeit gar nicht selbst erforschen und ergr\u00fcnden k\u00f6nnen. Die Bibel baut auf den damaligen naturwissenschaftlichen Kenntnissen auf, damit sie von den Menschen verstanden werden kann.<br \/>\nSo sind zum Beispiel die \u201esieben Tage\u201c, in denen Gott die Welt erschuf, auch nicht w\u00f6rtlich zu nehmen, es handelt sich einfach um sieben Zeitabschnitte.<\/p>\n<h3>1.2 Die Urknalltheorie widerlegt nicht den Glauben an einen Sch\u00f6pfergott, sondern best\u00e4tigt ihn<\/h3>\n<p>Erkl\u00e4rung: Die Urknalltheorie wurde erstmals 1927 vom katholischen Priester Georges Lema\u00eetre (1894-1966) erw\u00e4hnt. Die Fachwelt (darunter auch Albert Einstein) teilte diese Theorie nicht, wonach das ganze Universum aus einem einzigen Punkt h\u00e4tte entstehen sollen (quasi einem Ei). Heute weiss man genau, dass sich das Universum immer weiter ausweitet. Auch das \u201eEcho\u201c des Urknalls kann man noch h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche, meist atheistische Fachwelt erkannte, dass, wenn diese Theorie stimmen w\u00fcrde, die christliche Vision der Entstehung des Weltalls glaubhaft w\u00e4re. Die Urknalltheorie widerlegt die Aussage, dass das Universum, und damit auch die Welt, per Zufall entstand. Vor dem Universum war Energie, keine Materie. Genau das sagt ja auch die Kirche: Vor der Sch\u00f6pfung war nichts Materielles, sondern Gott schuf die Materie aus dem Nichts. Papst Pius XII. sah anfangs der 50er Jahre in der Urknalltheorie die Best\u00e4tigung der Heiligen Schrift.<\/p>\n<h3>1.3 Die Sch\u00f6pfung und die neusten naturwissenschaftlichen Forschungen zeigen: Das Leben ist nicht per Zufall entstanden<\/h3>\n<p>Erkl\u00e4rung: Die Naturwissenschaft hat nie festgestellt, dass das Leben einfach so entstehen kann. Sie hat Theorien dazu aufgestellt, aber es ist unm\u00f6glich Leben aus dem Nichts hervorzubringen.<br \/>\nLouis Pasteur (Entdecker des Pasteurisierens) sagte einmal: \u201eSpontanerzeugung ist ein Hirngespinst\u201c.<br \/>\nFr\u00fcher war man der Meinung, dass Mistfliegen einfach so im Mist entstehen und Fr\u00f6sche in den S\u00fcmpfen. Das hat sich alles als falsch erwiesen. Auch Versuche Leben herzustellen, mit modernen Mitteln und unter den Bedingungen, die vor 3,9 Mia. Jahren herrschten, sind gescheitert. Nur durch das Weitergeben von Leben ist Entstehung von Leben m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>1.4. Die Evolutionstheorie widerspricht nicht der Lehre der Kirche, nur die Ideologie dahinter. \u201eAdam und Eva\u201c ist kein M\u00e4rchen<\/h3>\n<p>Erkl\u00e4rung: Allein die Wahrscheinlichkeit der Evolutionstheorie erkl\u00e4rt das Dasein des Menschen noch nicht. Irgendwann muss es einen ersten Menschen gegeben haben, der sich von allen anderen Lebewesen unterschied. Was oder wer hat diese Weiterentwicklung bewirkt? Die katholische Kirche hat (im Gegenteil zu den ratlosen Atheisten) in der Genesis die Antwort auf diese Frage: \u201eAls Mann und Frau schuf er sie, nach seinem Ebenbild.\u201c<\/p>\n<p><strong>Empfohlene Literatur zur Vertiefung der Thematik:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Prof. Scott Hahn und Prof. Benjamin Wiker: \u201eAntworten auf den neuen Atheismus\u201c<\/li>\n<li>Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin, Alma von Stockhausen (Hrsg): \u201eNaturphilosophische Gegen\u00fcberstellung von Evolutionstheorie und Sch\u00f6pfungstheologie\u201c<\/li>\n<li>Max Th\u00fcrkauf: \u201eChristusw\u00e4rts \u2013 Glaubenshilfe gegen den naturwissenschaftlichen Atheismus\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2><a name=\"Philosophische_Argumente\"><\/a>2. Philosophische Argumente (Offenbarung Gottes im Verstand und in der Logik)<\/h2>\n<p>In den folgenden Punkten m\u00f6chten wir auf die Gottesbeweise von Thomas von Aquin eingehen. Sie sind leicht zu verstehen. Wer mehr \u00fcber dieses Thema erfahren m\u00f6chte, findet unten Literaturempfehlungen.<\/p>\n<h3>2.1 Der Beweis der ersten Ursache &#8211; aus nichts kommt nichts<\/h3>\n<p>Nehmen wir das Beispiel einer Kokosnuss: Woher kommt die Kokosnuss? Sie ist die Frucht einer Palme. Woher kommt die Palme? Sie w\u00e4chst aus einer Kokosnuss. Palme \u2013 Kokosnuss \u2013 Palme \u2013 Kokosnuss \u2013 Palme \u2013 Kokosnuss. Aber halt! Das kann doch nicht immer so weitergehen! Was war vor der Palme oder der Kokosnuss? Es muss ja einen Beginn haben! Wenn wir annehmen, dass durch die Evolution aus einem Einzeller sich \u00fcber Millionen von Jahren eine Kokosnuss gebildet hat, m\u00fcssen wir uns fragen, woher kam dann der Einzeller? Nicht von einer Evolution, denn diese kann nur geschehen, wenn es schon vorher Leben gegeben hat. Also muss es einen Beginn gegeben haben. Und diesen Beginn sieht die katholische Kirche in einem allm\u00e4chtigen Gott, der aus nichts etwas schaffen kann.<br \/>\nWenn wir jemanden h\u00f6ren, der sagt, meine Uhr ist per Zufall entstanden, nehmen wir seine Aussage nicht ganz ernst. Jede einzelne Zelle ist viel komplexer als eine Uhr. Und sie soll einfach so entstanden sein? Eine Laune der Natur?<br \/>\nEdwin Conklin, Prof. f\u00fcr Biologie und Zoologie, sagte einmal, die Entstehung des Lebens auf der Erde mit dem Zufall zu erkl\u00e4ren, hisse, von der Explosion einer Druckerei das Zustandekommen einer Schreibmaschine zu erwarten.<\/p>\n<h3>2.2 Der Beweis des ersten Bewegers<\/h3>\n<p>Nichts bewegt sich von selbst. Zum Beispiel brauchen wir Nahrung zum Leben. Aber woher kommt die Energie in der Nahrung? Von der Erde, vom Regen, von der Sonne. Aber woher haben sie die Energie empfangen? Vom ersten Energetiker aller Dinge: Gott. Auch wenn es eine riesige Reihe von Bewegungen g\u00e4be, m\u00fcsste sie zu Beginn von \u201eetwas\u201c angesto\u00dfen werden. Und dieses \u201eetwas\u201c muss aus sich selbst eine unendliche Energie haben, die f\u00e4hig ist, eine solche Reihe von \u201eBewegungen\u201c auszul\u00f6sen, dass eine ganze Welt entsteht.<\/p>\n<h3>2.3 Der Beweis des notwendigen Wesens<\/h3>\n<p>Wir haben es oben schon gelesen, von nichts kommt nichts. Unsere ganze Welt, das Universum, das vor einigen Milliarden Jahren noch nicht war, existiert jetzt. Es muss also jemanden (Gott!) geben, der aus dem Nichts etwas schuf.<br \/>\nBeispiel: Wir stellen uns eine Kette vor, die in der Luft h\u00e4ngt. Wenn wir sie \u201ehalten\u201c wollen, m\u00fcssen wir sie an einem Haken aufh\u00e4ngen.<br \/>\nSchlie\u00dfen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich vor, Sie seien nicht hier.<br \/>\nIch bin nicht hier.<br \/>\nDie Welt ist nicht hier.<br \/>\nDie Frage ist: Wenn nichts hier ist, kann \u00fcberhaupt etwas werden?<br \/>\nVon nichts kommt nichts!<br \/>\nWenn es am Anfang nichts gibt, gibt es auch jetzt nichts. Also m\u00fcsste ein konsequenter Atheist nicht blo\u00df die Existenz Gottes, sondern die Existenz von allem leugnen.<br \/>\nAlso: Wenn Sie aber sehen, dass Sie hier sind, dass die Welt hier ist und dass es einen Haken braucht, um die Kette aufzuh\u00e4ngen, dann m\u00fcssen Sie notwendigerweise erkennen, dass aus nichts nichts entstehen kann. Das hei\u00dft, es muss ein Wesen an erster Stelle geben. Und dieses Wesen muss ein pers\u00f6nliches Wesen sein, weil es eine Vernunft haben muss, und weil Personen eine Wirkung der ersten Ursache sind. Die Ursache kann nicht kleiner sein, als die Wirkung. Dieses notwendige Wesen nennt man Gott.<\/p>\n<h3>2.4 Der Beweis des gro\u00dfen Geistes (des gro\u00dfen Gesetzgebers)<\/h3>\n<p>Ein Beispiel: Sie laufen an einen Strand, sehen viele Steine im Sand, verteilt \u00fcber einige Meter. Nach einer Stunde kommen Sie an die gleiche Stelle und sehen die Steine zu einem geordneten Haufen aufgebaut. Was denken Sie? War das Zufall? Nein, Sie denken, das haben Menschen so aufgebaut. Sie wissen, das hat ein vern\u00fcnftiges Wesen gemacht, weil alles in Ordnung ist.<br \/>\nIm Universum gibt es auch eine Ordnung. Es herrschen die Gesetze der Physik (z.B. die Anziehungskraft), der Chemie (aus 2 H und 1 O entsteht Wasser), Biologie (alle Lebewesen kommen von anderen Lebewesen) und die Gesetze der Astronomie (Laufbahn der Planeten usw.). Gesetze brauchen einen Gesetzgeber. Die gro\u00dfe Ordnung in der Welt braucht einen gro\u00dfen Geist, der sie geschaffen hat. Die gro\u00dfen Gesetze brauchen einen gro\u00dfen Gesetzgeber. Und wer ist dieser Gesetzgeber? Gott!<\/p>\n<h3>2.5 Der Beweis des gro\u00dfen Richters<\/h3>\n<p>Das Gewissen ist ebenfalls ein Gottesbeweis: Wenn wir etwas Gutes tun, versp\u00fcren wir Freude und Zufriedenheit, wenn wir etwas Schlechtes tun, versp\u00fcren wir Gewissenbisse und Schuldgef\u00fchle. Nicht nur Christen, auch Heiden, welche die Gebote nicht kennen, versp\u00fcren solche Gef\u00fchle. Woher kommt das? Der liebe Gott hat uns das Naturrecht \u201eeingepflanzt\u201c. Wir wissen instinktiv, was gut und falsch ist. Wir k\u00f6nnen es h\u00f6chstens verdr\u00e4ngen, aber der, der uns diese Gesetze eingegossen hat, wird uns sp\u00e4ter auch einmal danach richten.<\/p>\n<p><strong>Empfohlene Literatur zur Vertiefung der Thematik:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Josef Seifert, \u201eErkenntnis des Vollkommenen \u2013 Wege der Vernunft zu Gott\u201c, Lepanto Verlag<\/li>\n<li>Prof. Scott Hahn, \u201eMehr als ein Gef\u00fchl \u2013 Gr\u00fcnde f\u00fcr den christlichen Glauben\u201c<\/li>\n<li>Dr. Manfred L\u00fctz, \u201eGott \u2013 die kleine Geschichte des Gr\u00f6ssten\u201c, Pattloch Verlag<\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<h2><a name=\"Uebernatuerliche_Argumente\"><\/a>3. \u00dcbernat\u00fcrliche Argumente (Speziell: Offenbarung Gottes in seinen Wundern)<\/h2>\n<p>Wer glaubt heute noch an Wunder? Die Wunder sind ein heikles Thema. Viele Menschen, auch gl\u00e4ubige Katholiken, haben M\u00fche mit dem Glauben an Wunder. Sie k\u00f6nnen es sich fast nicht vorstellen, dass etwas geschehen kann, was die Naturgesetze au\u00dfer Kraft setzt. Und doch m\u00f6chten wir hier einige Wunder vorstellen. Wir m\u00f6chten keine frommen Legenden erz\u00e4hlen, sondern seri\u00f6s-dokumentierte Geschehnisse.<br \/>\nViele haben von Wundern an Wallfahrtsorten oder von Wundern, die durch die F\u00fcrbitte heiligm\u00e4\u00dfiger Personen geschehen sind, schon geh\u00f6rt. Aber viele wissen nicht, welcher Pr\u00fcfungen sich diese Wunder durch die katholische Kirche unterziehen m\u00fcssen, bis sie wirklich \u201ekirchlich beglaubigt\u201c werden. Die Kirche ist sehr kritisch gegen\u00fcber Wundermeldungen und Erscheinungen. Das hat die Geschichte bewiesen. Darum nehmen wir hier seri\u00f6se Quellen: Selig- und Heiligprechungsakten des Vatikans, kirchliche Untersuchungsakte der Di\u00f6zesen, Zeugen, die nicht gl\u00e4ubig sind oder waren, etc.<br \/>\nEs gibt drei Kriterien, die die Kirche von alters her anlegt, um von einem Wunder zu sprechen:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens: Es muss f\u00fcr jeden \u2013 also auch f\u00fcr Ungl\u00e4ubige \u2013 mit den Sinnen wahrnehmbar sein.<\/li>\n<li>Zweitens: Es muss naturwissenschaftlich unerkl\u00e4rlich sein, also die Naturgesetze \u00fcbersteigen, bzw. au\u00dfer Kraft setzen.<\/li>\n<li>Drittens: Es muss direkt von Gott gewirkt sein, also sich direkt auf Gott zur\u00fcckf\u00fchren lassen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir m\u00f6chten hier einige Beispiele von Wundern aufz\u00e4hlen, die diese Anforderungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>3.1 Wundert\u00e4tige Medaille: Maria erscheint Alphons Ratisbonne<\/h3>\n<p>Das erste Wunder, das wir hier vorstellen, betrifft unser Haupt-Apostolatsmittel, n\u00e4mlich die Wundert\u00e4tige Medaille. Auf unserer Hauptseite kann man nachlesen, wie es zu dieser Medaille kam, und was sie schon alles bewirkt hat. Ein besonders interessantes Beispiel m\u00f6chten wir kurz vorstellen:<br \/>\nDie Bekehrung des ungl\u00e4ubigen Juden Alphons Ratisbonne im Jahr 1841. Alphons Ratisbonne, 1814 in Regensburg geboren, aufgewachsen in Strassburg, war Jude aus Familientradition, nicht aus \u00dcberzeugung.<br \/>\nRatisbonnes Bruder Theodor bekehrte sich schon Jahre zuvor vom Judentum zum katholischen Glauben und wurde Priester. Seitdem galt er als ge\u00e4chtet in der Familie (obwohl seine Familie den j\u00fcdischen Glauben nicht praktizierte). Vor allem Alphons hatte eine tiefe Antipathie gegen seinen katholischen Bruder und dessen Glauben, und vermied den engeren Kontakt mit ihm.<br \/>\nDas Bekehrungsjahr von Alphons Ratisbonne 1841: Er war schon verlobt und hatte Aussichten, das Bankgesch\u00e4ft seines Onkels zu \u00fcbernehmen, als er sich noch eine l\u00e4ngere Reise in den S\u00fcden Europas g\u00f6nnte. Bei der Durchreise besuchte er auch Rom. Dabei missfiel ihm das j\u00fcdische Viertel sehr, weil es so heruntergekommen war, und seine \u201eGlaubensbr\u00fcder\u201c in diesem Elendsviertel hausen mussten. Es best\u00e4rkte ihn in seinem pers\u00f6nlichen Kampf gegen die r\u00f6mische Kirche.<br \/>\nEin Bekannter von Ratisbonne stellte ihm in Rom Baron de Bussi\u00e8res vor, der praktizierender Katholik war. Mit diesem diskutierte er l\u00e4nger, sehr angeregt, \u00fcber den Glauben. Am Schluss des Gespr\u00e4chs wollte der Baron Ratisbonne eine Wundert\u00e4tige Medaille schenken; er solle sie tragen, und jeweils morgens und abends das \u201eMemento\u201c (ein Gebet des hl. Bernhard von Clairvaux) beten. Alphons willigte widerwillig ein, einfach um zu beweisen, was f\u00fcr ein albernes und kindisches Spiel das sei.<br \/>\nEinige Tage vergingen, da traf er kurz vor der Abreise den besagten Baron wieder. Der Baron besuchte die Gegend in der N\u00e4he der Kirche Sant\u2019Andrea delle Fratte, weil da Verwandte eines Freundes wohnten, der vor kurzem gestorben war. Er bat Ratisbonne, in der Kirche auf ihn zu warten, bis er die Angelegenheit beendet hatte. Ratisbonne ging in die Kirche und dann geschah das Unglaubliche: Die allerseligste Jungfrau Maria erschien ihm, genau so, wie sie auf der Medaille abgebildet war. Nach seinem Zeugnis sagte sie nichts, deutete nur an, dass er sich niederknien soll. Als Baron de Bussi\u00e8res ihn holen kommen wollte, kniete er vor einem Nebenaltar in der Kirche, und war ganz aufgeregt vor Freude. Er war ganz au\u00dfer sich und wollte unbedingt mit einem Priester sprechen, denn er m\u00fcsse zuerst die Erlaubnis holen, um zu sprechen. Der verwirrte Baron fuhr mit Ratisbonne zu den Jesuiten. Da sprach er dann endlich in voller Aufregung \u00fcber das Geschehene. Er habe SIE gesehen! Ratisbonne bat um die hl. Taufe, die ihm nach einer Dispens schon nach acht Tagen gespendet wurde. Er lie\u00df sich taufen auf den Namen Maria. Danach wollte er Priester werden, beendete die Verlobung, trat den Jesuiten bei, erhielt 1848 die Weihe zum Priester und wurde Missionar. Einige Jahre sp\u00e4ter wollte er sich nur noch der Bekehrung der Juden im Nahen Osten widmen. Er trat mit Erlaubnis von Papst Pius IX. aus dem Jesuitenorden aus und wurde Mitglied der Br\u00fcder Unserer Lieben Frau von Sion. Mit seinem Bruder Theodor arbeitete er an der Bekehrung der Muslime und Juden.<br \/>\nDiese Geschichte, die ausf\u00fchrlicher von Pr\u00e4lat Ferdinand Holb\u00f6ck beschrieben wird, schlug hohe Wellen in Rom und in ganz Europa.<\/p>\n<h3>3.2 Fatima: das Sonnenwunder<\/h3>\n<p>Das portugiesische Fatima ist einer der gr\u00f6ssten Marienwallfahrtsorte der Welt. Dort ist die Jungfrau Maria vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 drei Hirtenkindern erschienen. Jeden Monat jeweils am 13. (mit einer Ausnahme) durften die Kinder die Erscheinungen erleben. Die Mutter Gottes versprach den Kindern ein Wunder am letzten Erscheinungstag, am 13. Oktober. Nach verschiedenen Sch\u00e4tzungen versammelten sich zwischen 40\u2018000 bis 70\u2018000 (andere Angaben sprechen von bis zu 100\u2018000) Menschen am Erscheinungsort. Es waren nicht nur Gl\u00e4ubige anwesend, sondern auch viele Gegner der Kirche, Freimaurer, Politiker, Presseleute, die sich und den Menschen in Portugal beweisen wollten, dass alles Lug und Trug ist. Es regnete in Str\u00f6men. Tausende Menschen waren voll Hoffnung auf ein Wunder dorthin gekommen, gleichzeitig auch viele, um die Religion zu dem\u00fctigen. Die portugiesische Regierung stand damals stark unter dem Einfluss der Freimaurer, die aktiv gegen die Kirche k\u00e4mpften. Da geschah nach Mittag das ber\u00fchmte Sonnenwunder von Fatima. Der Regen h\u00f6rte auf, die Wolken rissen auf, die Sonne kann zum Vorschein und alle sahen den \u201eSonnentanz\u201c. Sogar die antikirchliche Presse berichtete positiv \u00fcber das Sonnenwunder. Die Sonne schien auf die Menschen zu st\u00fcrzten, alle fielen auf die Knie, hatten Angst, fingen an zu beten. Es hinterliess einen grossen Eindruck auf die Menschen, so dass man von einem wahren Wunder sprechen darf, das die Kirche nach einer genauen \u00dcberpr\u00fcfung best\u00e4tigte.<br \/>\nDamit sind viele Einw\u00e4nde entkr\u00e4ftet: das Wunder wurde angek\u00fcndigt und erfolgte, es sahen es bis zu 100\u2018000 Menschen und darunter fanden sich sehr viele Ungl\u00e4ubige. Eine Massensuggestion oder ein zuf\u00e4lliges Naturwunder, bei dem sich die Sonne nur ein bisschen ver\u00e4nderte, ist ganz auszuschliessen.<\/p>\n<h3>3.3 Lourdes: ein Benediktiner-Bruder wird geheilt<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">Hier ein Beispiel eines Wunders aus Lourdes. Viele wissen nicht, dass es ein eigenes \u00e4rztliches B\u00fcro gibt f\u00fcr wunderbar Geheilte von Lourdes. Dieses B\u00fcro besteht nicht nur aus katholischen \u00c4rzten, sondern auch aus Protestanten und Freidenkern. Sie untersuchen Geheilte \u00fcber Jahre und geben Berichte ab, ob die Heilung nat\u00fcrlich erkl\u00e4rbar sei. Wenn nicht, entscheidet eine kirchliche Kommission dar\u00fcber, ob ein Wunder vorliegt. Auf der offiziellen Lourdes-Homepage standen mehr Informationen: <a href=\"https:\/\/test6.mi-backup.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Die_Anerkennung_eines_Wunders_Archiv.pdf\">Die_Anerkennung_eines_Wunders in Lourdes<\/a><\/p>\n<p>Es sind insgesamt 69 Wunder anerkannt. Diese haben die strenge Pr\u00fcfung bestanden. Nat\u00fcrlich gab es tausende Wunderheilungen, aber nicht alle haben die Bedingungen erf\u00fcllt, als \u201ewunderbar\u201c zu gelten. Wenn zum Beispiel die Heilung erst einige Stunden nach dem Bad oder dem sakramentalen Segen geschieht, wird eine Anerkennung fast unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die 57. wunderbare Heilung geschah an dem Schweizer Benediktinerbruder Leo Schwager. Geboren 1924 in Balterswil, bemerkte er bald seine Berufung und trat nach der Lehre in den Benediktinerorden ein.<br \/>\nNach einigen Jahren erkrankte er an Multipler Sklerose. Als er immer kr\u00e4nker wurde und sich kaum mehr bewegen konnte, wurde er 1952 nach Lourdes gefahren. Dort kam er als Sterbender an. Er wurde in den B\u00e4dern gebadet und beim Empfang des sakramentalen Segens wurde er innerhalb einer Sekunde geheilt. Er \u201eflog\u201c dabei aus seinem fahrbaren Krankenbett und war wieder gesund. Bruder Leo beschrieb, dass er beim Segen einen starken Ruck sp\u00fcrte und meinte, er m\u00fcsse sterben. Nachdem er eine Weile am Boden lag, stand er auf und war geheilt. Sp\u00e4ter setzte er sich f\u00fcr eine Schweizer Wallfahrt nach Lourdes ein, als Dank f\u00fcr seine Heilung. Bruder Leo starb im Jahre 2004 an Knochenkrebs.<\/p>\n<p><strong>Empfohlene Literatur zur Vertiefung der Thematik:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Mark Miravalle: \u201ePrivatoffenbarung im Lichte der Kirche\u201c, kathShop<\/li>\n<li>Wilhelm Schamoni: \u201eWunder sind Tatsachen \u2013 Eine Dokumentation aus Heiligsprechungsakten\u201c, Christiana Verlag (unter anderen)<\/li>\n<li>Harald Grochtmann: \u201eWunder \u2013 kirchlich gepr\u00fcft, nie widerlegt\u201c<\/li>\n<li>Bekehrungsgeschichte von Alphons Maria Ratisbonne auf <a href=\"https:\/\/test6.mi-backup.ch\/de\/404-error\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">pius.info<\/a><\/li>\n<li>Ivo auf der Mauer: \u201eEin Leben mit Lourdes \u2013 Bruder Leo Schwager, das 57. Wunder von Lourdes\u201c, eos<\/li>\n<li>Werner Durrer: \u201eSiegeszug der Wunderbaren Medaille\u201c, Miriam-Verlag (Abschnitt \u00fcber Alphons Maria Ratisbonne)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur\u00fcck zur Seite <a href=\"https:\/\/test6.mi-backup.ch\/de\/grundlagen\/\">Gott &#8211; Glaube &#8211; Kirche<\/a><\/p>\n<p>oder weiter zu<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/test6.mi-backup.ch\/de\/grundlagenkath-kirche\/\">Die Katholische Kirche<\/a><\/p>\n<p style=\"margin-left: 40px;\">1. Die einzig wahre Religion<\/p>\n<p style=\"margin-left: 40px;\">2. Die Kirche im Gespr\u00e4ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt: 1. Naturwissenschaftliche Argumente 2. Philosophische Argumente 3. \u00dcbernat\u00fcrliche Argumente 1. Naturwissenschaftliche Argumente (Offenbarung Gottes in der Sch\u00f6pfung) Klarstellung: Heute wird h\u00e4ufig betont, dass Wissenschaft und Religion gegeneinander arbeiten und sich widersprechen. 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