Am Sonntagabend, 12. Mai 2024, fand im Rahmen einer Fatima-Lichterprozession in München bei der Mariensäule die alljährliche Erneuerung der Weihe Bayerns an das Unbefleckte Herz Mariens statt. Um die 250 Personen nahmen an der feierlichen Prozession teil.
Lichter-Prozession durch München
Um 19.45 Uhr trafen sich die Gläubigen bei der Mariensäule in München. Pater Helmut Trutt hielt zu Beginn eine Ansprache über die Notwenigkeit der Nachahmung der Tugenden der Gottesmutter, insbesondere ihrer Demut. Die heutige Welt versteht solche Dinge nicht mehr, so der Pater, aber das katholische Volk wird angezogen von den wunderbaren Tugenden der Mutter. Als leuchtendes Beispiel für Einen, der Maria nach Kräften nachgeahmt hat, wurde der heilige Kapuzinerbruder Konrad von Parzham, der Pförtners der Klosterkirche und des größten deutschen Wallfahrtsortes Altötting genannt, aus dessen Leben einige nette Anekdoten nacherzählt wurden.
Der hl. Konrad verehrte schon als Kind die Muttergottes in besonderer Weise und betete oft den Rosenkranz. Wer sich auf dem Schulweg zu ihm gesellte, musste ihn mitbeten, und so glich der Schulweg eher einer Kinderprozession. Auch in seinem sonstigen Leben bemühte er sich stets, die Muttergottes besonders in ihrer Demut nachzuahmen. Bei Beleidigungen zeigte er sich völlig unempfindlich, keine Arbeit war ihm zu gering, und so diente er 41 Jahre seines Lebens in absoluter Bescheidenheit und Nachahmung seiner himmlischen Mutter als geringer Ordensbruder. Am Ende wirkte Gott durch ihn auch oftmals Wunder, indem sich Sünder allein durch seinen eindringenden Blick in einem Augenblick bekehrten.
Pater Trutt rief alle Gläubigen auf, die Tugenden Mariens nachzuahmen, um sich der Sündhaftigkeit der heutigen Welt entgegenzustellen und den Himmel zu besänftigen. Maria habe in Fatima und La Salette angedroht, dass Gott wegen der Sünden der Menschen die Verfolgung der Kirche und weitere Strafen über die Welt bringen werde, und dass wir nur durch eigenes Wachstum in der Tugend und das Rosenkranzgebet das Schlimmste abwenden und den Triumph Mariens herbeiführen können.
Nach der Ansprache zogen die Gläubigen in einer Prozession durch die Münchner Altstadt. Diese wurde angeführt von Kreuz und Ministranten, gefolgt vom gläubigen Volk in allen Altersgruppen, oft in der bayrischen Tracht bekleidet. In der Mitte des Prozessionszuges befand sich eine mit Blumen geschmückte Fatima-Statue auf einer Trage. Die Gläubigen hielten brennende Kerzen in der Hand, beteten den Rosenkranz und sangen von Trompetenmusik begleitete Marienlieder, u.a. das schöne Fatimalied «Ave Maria» mit seinen vielen Strophen.
Der Prozessionszug zog sich vom Marienplatz über die schönen Münchner Straßen der Altstadt zum Odeonsplatz mit der herrlichen Theatinerkirche und danach wieder zurück zur Mariensäule. Unterwegs wurden Wundertätige Medaillen an die Passanten verteilt, viele von diesen waren von der Prozession offensichtlich berührt.
Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens
Gegen Ende der Veranstaltung knieten die Gläubigen an der Mariensäule nieder und es wurden Fürbitten vorgetragen, um Hilfe in der großen Not zu erhalten, in der sich die gesamte Kirche heute befindet.
Ganz besonders wurde die Muttergottes unter ihrem Titel «Patrona Bavariae» angerufen, damit sie das ganze Bayernland beschützen möge. Und somit wurde zum Abschluss von allen zusammen feierlich die Erneuerung der Weihe Bayerns an das Unbefleckte Herz Mariens gebetet. Im Weihetext heißt es unter anderem: „Unter Deinem Schutzmantel geloben wir, alles zu tun, damit Christus wieder König sei in unserem Land“ sowie „In apostolischer Liebe wollen wir einander und der Kirche dienen, um für den Triumph Deines Unbefleckten Herzens zu kämpfen.“
Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben Dich“ und der Bayernhymne „Gott mit Dir, Du Land der Bayern“ fand die Patronatsfeier ihren Abschluss.
War es vielleicht ein kleiner lieber Gruß der Muttergottes, da man während der letzten Stunde direkt über der Mariensäule, wo sie mit einem Mond unter ihren Füssen dargestellt ist, einen zweiten, ganz kleinen weißen Mond sehen konnte, so als wollte sie uns damit ein Zeichen ihres Wohlwollens geben?










